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Ratgeber

Navision Supportende: Alle NAV-Versionen und BC14 im Überblick

Von Filip Jacobi, Business Central Entwickler & Berater · veröffentlicht am

Der erweiterte Support für Microsoft Dynamics NAV 2018 endet laut Microsoft Lifecycle am 11. Januar 2028, für NAV 2017 bereits am 11. Januar 2027. Alle älteren Versionen von NAV 2009 bis NAV 2016 sowie Business Central 14 (Spring 2019, On-Premises) sind schon heute ohne Microsoft-Support, es gibt also weder Sicherheitsupdates noch Fehlerkorrekturen oder Herstellerhilfe. Wer noch auf Navision arbeitet, sollte den Wechsel auf ein aktuelles Business Central jetzt planen, weil der Upgradepfad mehrere Stufen umfasst.

Stand: Oktober 2026. Alle Daten stammen aus der Microsoft-Lifecycle-Produktsuche und sind pro Version einzeln verlinkt.

Supportende aller Navision-Versionen in der Übersicht

Die folgende Tabelle zeigt für jede NAV-Version das Ende des Mainstream-Supports und das Ende des erweiterten Supports, so wie Microsoft sie veröffentlicht. NAV 2009 bis NAV 2018 laufen unter der Fixed-Lifecycle-Richtlinie, also mit festen Enddaten.

VersionEnde Mainstream-SupportEnde erweiterter SupportStatus (Stand: Oktober 2026)Quelle
Dynamics NAV 200913.01.201514.01.2020ohne SupportMicrosoft Lifecycle
Dynamics NAV 2009 R213.01.201514.01.2020ohne SupportMicrosoft Lifecycle
Dynamics NAV 201309.01.201810.01.2023ohne SupportMicrosoft Lifecycle
Dynamics NAV 2013 R209.01.201810.01.2023ohne SupportMicrosoft Lifecycle
Dynamics NAV 201514.01.202014.01.2025ohne SupportMicrosoft Lifecycle
Dynamics NAV 201613.04.202114.04.2026ohne SupportMicrosoft Lifecycle
Dynamics NAV 201711.01.202211.01.2027erweiterter Support bis 11.01.2027 (nur Sicherheitsupdates)Microsoft Lifecycle
Dynamics NAV 201810.01.202311.01.2028erweiterter Support bis 11.01.2028 (nur Sicherheitsupdates)Microsoft Lifecycle
Business Central 14 (Spring 2019, On-Premises)Oktober 202314.10.2025ohne SupportMicrosoft Lifecycle

Zwei Hinweise zum Lesen der Tabelle:

  1. Microsoft gibt die Enddaten in US-Westküstenzeit an. In der deutschen Ansicht der Lifecycle-Seiten kann deshalb ein um einen Tag späteres Datum erscheinen. Für die Planung spielt das keine Rolle.
  2. Business Central 14 steht bei Microsoft unter dem Produkt „Dynamics 365 Business Central on-premises (Fixed Policy)“. Laut Microsoft endete der Mainstream-Support für Version 14 im Oktober 2023; die Release-Zeile „Spring 2019 Update, version 14.x“ endet am 14.10.2025.

Für Dynamics 365 Business Central verweist Microsoft dagegen auf die Modern-Lifecycle-Richtlinie. Dort gibt es kein festes Enddatum für das Produkt; um im Support zu bleiben, müsst ihr regelmäßig auf aktuelle Updates gehen.

Was Mainstream- und erweiterter Support bedeuten

Mainstream-Support heißt: Microsoft liefert Sicherheitsupdates und nicht sicherheitsrelevante Fehlerkorrekturen und nimmt Änderungswünsche an. Im erweiterten Support gibt es nur noch Sicherheitsupdates und kostenpflichtigen Support. Nach dem Ende des erweiterten Supports liefert Microsoft für das Produkt keine regulären Updates mehr. So beschreibt es die Fixed-Lifecycle-Richtlinie von Microsoft.

LeistungMainstream-SupportErweiterter SupportNach Supportende
Sicherheitsupdatesjajanein (regulär)
Nicht sicherheitsrelevante Fehlerkorrekturenjaneinnein
Änderungswünsche, neue Featuresjaneinnein
Kostenpflichtiger Support durch Microsoftjajanein, laut Richtlinie nur mit Extended-Security-Update-Programm
Self-Help (Knowledge Base, Doku)jajamindestens 12 Monate

Für NAV 2018 bedeutet das konkret: Seit Januar 2023 gibt es nur noch Sicherheitsupdates, ab dem 11. Januar 2028 auch diese nicht mehr.

Was das Supportende praktisch für euch bedeutet

Euer Navision läuft nach dem Supportende einfach weiter. Microsoft schaltet nichts ab. Das Problem ist nicht der Stichtag selbst, sondern was danach nicht mehr passiert: keine Korrekturen, keine Anpassungen an neue Rahmenbedingungen, keine Herstellerhilfe bei Fehlern.

In der Praxis zeigen sich die Folgen meist an diesen Stellen:

  • Sicherheit: Neu bekannt gewordene Schwachstellen werden für die NAV-Version nicht mehr geschlossen. Das betrifft vor allem Installationen mit Webclient oder Webservices, die von außen erreichbar sind.
  • Infrastruktur: Jede NAV-Version ist nur für bestimmte Versionen von Windows Server und SQL Server freigegeben. Laufen diese ebenfalls aus dem Support, könnt ihr die Infrastruktur nicht einfach modernisieren, ohne die Kompatibilität zu riskieren.
  • Gesetzliche Änderungen: Neue Anforderungen etwa an Meldeformate oder Rechnungsformate werden für alte Versionen nicht mehr vom Hersteller nachgeliefert. Ein aktuelles Beispiel ist die E-Rechnung, siehe E-Rechnung in Business Central.
  • Schnittstellen: Shops, Versanddienstleister und Payment-Anbieter stellen ihre APIs um. Die Anpassung in einem alten C/AL-System bleibt an euch hängen.
  • Know-how: C/AL-Entwicklung und die alte Entwicklungsumgebung beherrschen immer weniger Entwickler. Änderungen werden dadurch langsamer und teurer.

Beispiel: Ein Händler mit NAV 2016 bekommt von seinem Versanddienstleister die Ankündigung, dass eine alte Schnittstelle abgeschaltet wird. Microsoft liefert für NAV 2016 nichts mehr, also muss die Anbindung im Eigenbau in C/AL nachgezogen werden, auf einer Plattform, die ohnehin ersetzt werden muss. Solche Fälle sind typisch dafür, dass der Upgrade-Druck nicht vom Kalender kommt, sondern aus dem Tagesgeschäft.

Wie Schnittstellen in Business Central heute über API, OData und Webhooks laufen, erklärt der Ratgeber Business Central Schnittstellen im Überblick.

Wenn ihr wissen wollt, was Navision eigentlich ist und wie es mit Business Central zusammenhängt, findet ihr die Grundlagen im Artikel Was ist Navision?.

Navision-Migration: Welche Wege es nach dem Supportende gibt

Für Navision gibt es im Kern drei Wege: ein technisches Upgrade auf Business Central On-Premises, der Umzug in Business Central Online oder eine Neuimplementierung mit Übernahme der wichtigsten Daten. Welcher Weg passt, hängt vor allem von eurer NAV-Version, dem Umfang eurer Anpassungen und euren Anforderungen an Betrieb und Infrastruktur ab.

WegGeeignet, wenn …Zu beachten
Upgrade auf Business Central On-Premisesihr eigene Server behalten wollt oder müsstmehrstufiger Pfad, Anpassungen werden von C/AL nach AL überführt
Migration zu Business Central Onlineihr keinen eigenen Serverbetrieb mehr wollterst Upgrade auf BC On-Premises, dann Cloud-Migration
Neuimplementierungdie Anpassungen über Jahre gewachsen sind und viel Standard nachgebaut wurdenur Stammdaten, Eröffnungsbuchungen und Einrichtung werden übernommen

Upgrade auf Business Central On-Premises

Von NAV 2015, 2016, 2017 und 2018 ist ein Upgrade auf aktuelles Business Central möglich, aber nicht direkt. Microsoft beschreibt den Pfad in den unterstützten Upgradepfaden so:

  1. Upgrade auf Business Central Spring 2019 (Version 14). Dabei wird die Anwendung von C/AL nach AL überführt.
  2. Upgrade auf Business Central 2024 Release Wave 2 (Version 25).
  3. Upgrade auf die gewünschte aktuelle Version, zum Beispiel 2026 Release Wave 2 (Version 29).

BC14 ist dabei nur Zwischenschritt. Laut Microsoft können neue Kunden Version 14 nicht produktiv einsetzen, sondern nur als Station auf dem Weg zur aktuellen Version.

NAV 2009 und NAV 2013 tauchen in Microsofts Liste der unterstützten Upgradepfade nicht auf. Für diese Versionen heißt das in der Praxis: entweder ein zusätzlicher Zwischenschritt über eine neuere NAV-Version oder eine Neuimplementierung mit Datenübernahme. Was davon bei euch wirtschaftlicher ist, lässt sich erst nach einem Blick auf Datenbestand und Anpassungen sagen.

Der aufwendigste Teil ist fast nie der Datenbankschritt, sondern die Anpassungen. Code, der in C/AL direkt in Standardobjekte geschrieben wurde, muss in Business Central als Extension umgesetzt werden. Ob eine Anpassung als Extension neu gebaut wird oder ob der Standard sie inzwischen abdeckt, ist eine eigene Entscheidung, die ich im Artikel Extension oder Anpassung im Standard beschreibe. Wie ich solche Projekte aufsetze, steht unter Navision-Migration zu Business Central.

Migration zu Business Central Online

Ein direkter Weg von Navision in die Cloud existiert nicht. Microsoft schreibt in der Dokumentation zur Cloud-Migration, dass ihr von einer NAV-Version zuerst auf Business Central On-Premises upgraden und dann zu Business Central Online wechseln müsst. Außerdem muss die On-Premises-Datenbank auf SQL Server 2016 oder neuer laufen.

Der Ablauf sieht damit so aus:

  1. Upgrade von NAV auf Business Central On-Premises (über Version 14 und 25, siehe oben).
  2. Anpassungen als Extensions bereitstellen, die auch in der Cloud lauffähig sind.
  3. Datenmigration mit dem Cloud-Migrationstool in Business Central Online.
  4. Testphase, Schulung, Umstellung im laufenden Betrieb.

Was beim Wechsel von On-Premises in die Cloud technisch und organisatorisch dazukommt, habe ich unter Business Central On-Premises zur Cloud zusammengefasst.

Neuimplementierung mit Datenübernahme

Bei einem sehr alten oder stark verbauten System kann eine Neuimplementierung sinnvoller sein als ein mehrstufiges Upgrade. Dabei werden Stammdaten, offene Posten bzw. Eröffnungssalden und die Einrichtung übernommen, die Historie bleibt im Altsystem zum Nachschlagen. Für Kunden auf BC14 bietet Microsoft dafür ein eigenes BC14-Reimplementierungstool, das genau diese Daten direkt in die Cloud bringt.

Wenn euer System über viele Jahre gewachsen ist, mit vielen Eigenentwicklungen und Schnittstellen, lohnt sich vor der Entscheidung eine saubere Bestandsaufnahme. Darum geht es auf der Seite Navision-Migration bei komplexen Systemen.

Was ihr jetzt konkret tun solltet

Der sinnvollste erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme, bevor ihr euch für einen Weg entscheidet. Ohne sie lässt sich weder Aufwand noch Reihenfolge seriös planen.

  1. Version und Build feststellen: Welche NAV-Version und welches kumulative Update laufen produktiv?
  2. Anpassungen erfassen: Welche Objekte wurden geändert oder neu angelegt, und welche davon werden heute noch genutzt?
  3. Schnittstellen auflisten: Shop, Versand, Bank, EDI, Lohn, BI. Wer betreut sie, wie sind sie technisch angebunden?
  4. Infrastruktur prüfen: Windows-Server- und SQL-Server-Version, Hosting, Zugriffe von außen.
  5. Zielbild festlegen: On-Premises oder Online, Upgrade oder Neuimplementierung.
  6. Zeitplan rückwärts rechnen: Vom Supportende eurer Version aus, mit Puffer für Tests und Jahresabschluss.

Wenn ihr die Punkte 1 bis 4 nicht in einer Stunde beantworten könnt, ist genau das die Bestandsaufnahme, die ich für euch mache: Version, Anpassungen, Schnittstellen und Infrastruktur, mit einer klaren Empfehlung für Upgrade oder Neuimplementierung.

Gerade bei NAV 2017 ist die Zeit knapp: Der erweiterte Support endet am 11. Januar 2027. Für NAV 2018 bleibt etwas mehr Luft, aber der Weg über zwei Zwischenversionen braucht Vorlauf. Einen Überblick, warum Warten meist teurer wird, gibt die Seite Navision Upgrade.

Häufige Fragen

Welche Navision-Versionen haben noch Support?

Stand Oktober 2026 nur noch Dynamics NAV 2017 (erweiterter Support bis 11. Januar 2027) und Dynamics NAV 2018 (erweiterter Support bis 11. Januar 2028), beide nur noch mit Sicherheitsupdates. NAV 2009, NAV 2013, NAV 2015, NAV 2016 und Business Central 14 On-Premises sind laut Microsoft Lifecycle bereits ohne Support.

Wann endet der Support für Navision 2018?

Laut Microsoft Lifecycle endete der Mainstream-Support für Dynamics NAV 2018 am 10. Januar 2023, der erweiterte Support endet am 11. Januar 2028. Bis dahin liefert Microsoft für NAV 2018 nur noch Sicherheitsupdates, danach keine regulären Updates mehr.

Läuft Navision nach dem Supportende einfach weiter?

Ja, die Software läuft technisch weiter, Microsoft schaltet nichts ab. Es gibt aber keine Sicherheitsupdates, keine Fehlerkorrekturen und keine Herstellerunterstützung mehr, und neue gesetzliche oder technische Anforderungen müssen komplett in Eigenregie umgesetzt werden.

Kann ich von NAV 2018 direkt auf das aktuelle Business Central upgraden?

Nein, laut Microsoft führt der Pfad von NAV 2015 bis NAV 2018 zuerst auf Business Central 14, dann auf Version 25 und erst danach auf die aktuelle Version. Beim Schritt auf Version 14 wird die Anwendung von C/AL nach AL überführt.

Kannst du uns sagen, ob sich bei uns ein Upgrade oder eine Neuimplementierung lohnt?

Ja, dafür schaue ich mir eure Version, die Anpassungen und die Schnittstellen an und sage euch, welcher Weg aus meiner Sicht wirtschaftlicher ist und wo die Risiken liegen. Die erste Diagnose bekommt ihr innerhalb von 48 Stunden, das Erstgespräch über 30 Minuten ist kostenlos.

Können wir von Navision direkt in Business Central Online wechseln?

Nicht direkt. Microsoft sieht vor, dass ihr von einer NAV-Version zuerst auf Business Central On-Premises upgradet und anschließend mit dem Cloud-Migrationstool zu Business Central Online wechselt, wobei die Datenbank auf SQL Server 2016 oder neuer laufen muss.

Wann ich euch helfen kann

Ich arbeite seit 2014 mit Navision und Business Central, zuerst in einem Systemhaus, heute freiberuflich aus Bochum. Wenn ihr auf einer NAV-Version sitzt, deren Support ausläuft oder schon ausgelaufen ist, helfe ich bei der Bestandsaufnahme, beim Überführen der C/AL-Anpassungen in AL-Extensions und bei den Schnittstellen. Abgerechnet wird als Festpreis oder nach Aufwand ab 120 €/h, ohne Jahresvertrag und ohne Mindestabnahme.

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Über mich

Filip Jacobi — Business Central Entwickler & Berater

Freiberuflicher BC-Entwickler und Berater aus Bochum. Ich arbeite direkt mit eurem Fachbereich — ohne Agentur-Overhead, ohne Account-Staffelung. Remote und vor Ort in NRW verfügbar.

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